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Die Feierstunde zum 8. März im EVIN Gefängnis

translated by: Jaleh Lackner Gohari

Wednesday 13 March 2013, by admin

FeministSchool: Immer wieder kann man über gewisse Meldungen die aus Iran zu vernehmen sind, nur staunen und denken_ wie ist so etwas überhaupt möglich! Ich meine nicht die wirklich schlimmen Nachrichten die es massenweise gibt. Nein, Meldungen die am ersten Blick so unglaublich erscheinen, dass man nicht meint sie glauben zu können. Nd doch haben sie sich ereignet haben und über sie wird ganz „normal“ berichtet.

Bei manch‘ so einer Meldung denke ich: das kann auch wirklich nur in Iran passieren!

Beispiel : während am 8. März 2013 iranische Frauen den Weltfrauentag öffentlich nicht begehen dürfen, feiern weibliche Gefangene im Evin Gefängnis den 8. März nach allen regeln der Kunst!

„Die Politischen“ Frauen hatten dafür mit den geringfügigen Mittel die ihnen zu Verfügung standen, in der Frauenabteilung einen Saal vorbereitet. Dort sieht man ein improvisiertes Poster mit dem Entwurf des Umschlags von „Das Zweite Geschlecht“, einige frische Narzissen und eine kaligraphische Tafel die besagte „ Die Befreiung der Frauen ist denkbar“

Es gibt feierliche Ansprachen: erste Rednerin ist eine studentin die seit 4 Jahren schon „sitzt“. Sie spricht vom Vermächtnis der Frauenbewegung das andere hinterlassen hätten und das „wir“ weiterzuführen haben.

8. März sei ein Ruf zu diesem Thema.

Dann spricht die inhaftierte Anwältin Nasrin Sotoudeh, ihres Zeichens EU Sakharow-Preisträgerin für Menschenreche, 2012, in absentia. Auch eine nur in Iran denkbare Paradoxie. Sotudeh spricht natürlich über Gesetze die das Regime versucht im Parlament durchzubringen, besonders in den letzten 2 Jahren. Frauen-rechte und Bewegungsradius soll noch weiter eingeengt werden. Das sogenannte Familiengesetz das die Poligamie legalisieren will; das neue Gesetz alleinstehenden Frauen das Reisen zu verbieten, u a m.

Frauen leisten widerstand und protestieren. Hoffentlich werden sie letzlich verhindern, das das Parlament diese Einschränkungen als gültige Gesetzte sanktioniert.

Zwei politische Gefangene haben dann das wort. Sie halten gemeinsam quasi ein Podiumsgespräch und betitelten es “ Mütterliche Erfahrungen von Poltischen Gefangenen†. Die eine erzählt, dass schon ihre Mutter Zeit im Gefängnis verbracht hatte; in den 80er Jahren . Damals habe sie das Gefühl eines Kindes kennegelernt, dessen Mutter eine Gefangene ist. Jetzt ist sie in der Rolle der Mutter . Es sind ihre drei Töchter, die sich auf der anderen Seite der Gefängnismauer aufhalten – und sie, eine gefangenen Mutter, ist drinnen .

Beide sprechen das Dilema an, eigenen Kindern gegenüber glaubwürdig zu sein; wenn sie behaupten “ Du bist mir das allerwichtigste im Leben- mein Kind†In den Blicken der Kinder kreist dann die Frage „ wirklich ? und das hier ... ?“ Eine der zwei Panelistinnen erzählt von der Erfahrungen die sie auf den unwegsamen Versuch machte, selbst in Haft eine Art Nähe zu ihren Töchtern aufrecht zu erhalten

Die „Feier zum 8. März geht weiter“ es folgen Gedichtrezitationen über gefangene Frauen, dann Ansprachen zu der vom System nicht tolerierten Institution „ Mütter von Laleh Park „ ( ihre Kinder haben in Folgeereignissen von 2009 Wahlen, in der Protestbewegung ihr Leben gelassen ) „Die Mütter“ versammelten sich mitKerzen und Blumen erstmal in Laleh Park ( spöter auch in andren parks) und versuchten gewaltfrei zu protestieren . In ihren Versammlungen wiesen sie auf fehlende Jusitz und die willkür hin, dessen Opfer ihre Kinder geworden waren.

Gila Baniyaqoub ist jetzt daran, eine sehr bekannte und mutige Journalistin, Akivistin der „Kampagne für eine Million Unterschriften für Gleichstellung“. Sie erzählt von den Einzelheiten der Kampagne, wie sie und Gleichgesinnte von Tür zu Tür gegangen waren und in entlegensten Ortschaften, Mädchen und Frauen darüber aufklärten, was die Kampagne bedeutet und bezweckt.

Shiva Nazar Ahaari erinnerte an die fast 100 jahre dauernde Bemühung der Iranerinnen sich einzubringen und für ihre Rechte zu kämpfen. „Wir treten aber immer noch auf der Stelle“ . Die Tochter des einstigen präsidenten Haschemi Rafsanjani, Faezeh ( pardoxie) auch inhaftiert, kommt zu Wort. Sie spricht zum Thema „Frauen und leitende Positionen „ und sagt, dass die Revolution Frauen nicht nur Einschränkungen gebracht habe, sondern unerwartete Wege eröffnet habe die davor undenkbar gewesen waren. Sie bringt den Vorschlag im Parlament ein Frauenquota einzuführen.

Am Schluss der „Feierstunde in Evin“ überreichen gefangenen Frauen 4 Anerkennungstafel an 4 Frauen die am längsten in Haft gewesen sind. Einige von ihnen 4 Jahre, andre 5 Jahre lang haben sie im Evin verbracht. Eine der Frauen ist seit Februar 2006 bereits in Haft. Sie ist zugleich die Jüngste der Gefangenen.

Die „Feier des 8. März“ in Evin wird mit dem Kennlied der iranischen Frauenbewegung beendet: „ Oh frau, das gegenwärtige Leben, die Zeit der Sklaberei ist vorbei, eine andere Welt ist denkbar....“

Ausserhalb der Gefängnismauer durfte 2013 eine solche Feier nicht stattfinden

Source in Farsi:

http://www.feministschool.com/spip.php?article7278

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