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Das weibliche Herz der Revolution

by: Selina Oswald

Donnerstag 14. März 2013, von admin

Das Gelbe Blatt: Die 32-Jährige erzählte von persönlichen Eindrücken der Frauenrechtsbewegung in ihrem Land und stellte dar, was die Arbeit der Frauen bewirkt, deren Porträts und Lebensläufe in der Ausstellung zu sehen sind. Sie setzen sich im Iran für die Rechte der weiblichen Bevölkerung ein und landen dafür im Gefängnis. So wie die Anwältin Nasrin Sotudeh, die sich im Land für alle eingesetzt hat, die schutzlos sind oder „aus dem Weg geräumt“ werden sollten: Frauen, misshandelte Kinder, minderjährige Straftäter in der Todeszelle, Oppositionelle. Für ihren Einsatz hat Sotudeh 2012 den Menschenrechtspreis des Europaparlaments erhalten. Wann sie ihn in Empfang nehmen kann, ist ungewiss, denn sie ist derzeit selbst in Haft. Wie viele andere Frauen, aber auch einige Männer, setzt sich Sotudeh dafür ein, dass Frauen im Iran ihre Rechte kennen und auch ausleben dürfen. Dinge, die für die weibliche Bevölkerung in westlichen Ländern wie Deutschland selbstverständlich sind. Wie Bahramirad berichtete, sind die Universitäten im Lande noch immer der Ursprung der meisten politischen Gegensätze. So durften vier Jahre nach Beginn der Revolution 1979 Frauen zwar Unis besuchen, mussten sich jedoch an strenge Regeln halten: etwa die kompletten Haare unter dem sogenannten Hijab verstecken. Außerdem wurde den Männern und Frauen nicht erlaubt, miteinander zu sprechen. In den Straßen und an den Schulen sorgte die „police of morality“, eine Moralpolizei, dafür, dass alle Frauen verhaftet wurden, die sich nicht an die Regeln hielten. Als der radikale und fundamentalistische Mahmud Ahmadinedschad 2005 Staatspräsident im Iran wurde, „brach die dunkelste Ära für die Frauenrechts-Aktivisten an“, wie Bahramirad berichtete. Nur unter der heftigen öffentlichen Kritik wurde etwa ein Gesetzesentwurf verhindert, der vorsah, dass Männer – die im Iran mehr als eine Frau heiraten dürfen, aber dafür die erste Ehepartnerin um Erlaubnis bitten müssen – diese Erlaubnis nicht mehr einholen müssen, sobald sie vor Gericht beweisen können, dass sie zwei Haushalte finanziell unterstützen können. Trotz der vielen Kontroversen und unüberwundenen Barrieren ist es laut Bahramirad aber mittlerweile möglich, dass viele Frauen im Iran ein Leben voller Tradition und Moderne führen können. Auch Dank der Frauenrechtlerinnen.

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