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Zur möglichen Auswirkungen der Atomeinigung auf die Lage der Frauen in Iran

Samstag 18. Juli 2015, von admin

Feministschool: Ein Auszug aus einem Artikel von Azadeh Dawatschi in Feminist School, Juli 2015. verfasst in Deutsch von Jaleh Lackner-Gohari

In diesem Beitrag untersucht eine bekannte Kolumnistin der Feminist School , Azadeh Dawatchi, die Frage, ob und in welcher Weise sich die historische Einigung zwischen Iran und 5+1 auf die Situation der Frauen in Iran auswirken wird.

Zweifellos stellt diese Vereinbarung einen Wendepunkt im Leben der Bürgerinnen und Bürger in Iran dar, in erster Linie weil sich vermutlich die allgemeine Wirtschaftslage verbessern wird.

Ein Blick auf die Situation der Frauen dort in den letzten Jahrzehnten zeigt deutlich, dass die härteste Herausforderung für sie in den ungerechte und diskriminierende Gesetzeslage zu finden ist.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Aufhebung der Sanktionen unmittelbar die Erfüllung der Forderungen der Hälfte der iranischen Gesellschaft, ihrer Frauen, mit sich bringen wird.

Doch ist es denkbar, dass die Verbesserung der Wirtschaftssituation und der Arbeitsmarktlage des Landes auch für Frauen gewisse Erleichterungen bedeutet. In den letzten Jahren haben Engpässe der Arbeitsmarkt in verschiedenen Weisen Frauen betroffen. Offizielle Daten zeigen deutlich, dass Arbeitslosigkeit unter Frauen zweimal so hoch ist wie bei Männern. Das trifft ganz besonders hart jene Frauen die Alleinerzieherinnen sind.

Letzterer Aspekt, die fehlende Unterstützung von Frauen die eine Familie ernähren und der Alleinerzieherinnen steht im rassen Widerspruch zu der offiziellen Linie des Regimes, am liebsten Frauen ausschließlich in ihrer Funktion als Hausfrau und Mutter zu sehen. Frauen hatten in den letzten Jahren zunehmend mit einer immer enger werdenden Wirtschaftlage zu kämpfen. Darüber hinaus wurden bei der Jobvergabe ganz offensichtlich Männer bevorzugt.

Diese und andere Umstände und Entwicklungen bewirkten in den letzten Jahren, dass sich Frauen Jobs ausdenken mussten die außerhalb dieser Situation war, um einfach zu überleben und ihre Kinder durchzubringen. Jobs die nicht am Arbeitsmarktes und Konkurrenzfeld mit Männer zu finden waren. Zum Beispiel Jobs mit schlechtem Einkommen als Straßenverkäuferinnen, auch in U Bahnen, wurden zur Alltäglichkeit.

Die allgemein schlechte Arbeitssituation der letzten Jahre hat auch zu einer gewaltige Steigerung der häuslichen Gewalt gegen Freuen geführt. Die überdimensionale Drogenproblematik verschärfte mit all ihren Auswirkungen die Notlage der Frauen. Drogenabhängigen Männern misshandelten ihre Frauen im Haus um ihre Frustrationen über die Arbeitslosigkeit und zunehmende Drogenabhängigkeit zu entladen. Oft wurde auch die betroffene Frau drogenabhängig um ihre missliche Lage auszuhalten, und/oder, sie musste auf die Straße gehen, um das nötige Geld für den „Stoff“ zu verdienen.

Die Ausweglosigkeit der Frauen die sich in solchen Ehen befinden wird durch das nicht zugestandene Möglichkeit einer Scheidung-und Obsorge-Recht dramatisch deutlich und bedrückend. In frauenfeindlichen und „familienfreundlichen“ Gesetzen finden sie keine Unterstützung um ihr Los zu verbessern.

Es ist zu hoffen dass die Rückkehr von Iran in die INTERNATIONALE FAMILIE auch wenn indirekt die Lage der iranischen Frau positiven beeinflußen wird.

Der Schatten eines möglichen Krieges mit Iran entfernt sich allmählich durch diese Vereinbarung aus der Atmosphäre und ist endlich “ vom Tisch“.

Eine positive Grundstimmung unter den Aktivistinnen der iranischen Zivilgesellschaft bewirkt weiter Öffnung. Die mörderischen Spannung die Land und Menschen im Griffgehalten hatte nimmt ab. Eine etwas entspanntere Atmosphäre in Iran ist ein guter Nährboden für Schaffung vom Frieden und positiven Entwicklungen der Gesellschaft. In der Folge wird Besserung der Lage der iranischen Frauen wahrscheinlicher.

Trotzdem ist auch jetzt nicht zu vergessen, dass einige der wichtigsten Protagonistinnen der Zivilgesellschaft, ungerecht verurteilt, heute noch im Gefängnis sitzen. Ihre Freilassung ist in einem Iran das sich aus der Isolation herausgearbeitet hat, eine selbstverständliche Erwartung und wird zu einem wichtigen Potential der Veränderung. Diese bemühten Frauen, wie Narges Mohammadi( Menschenrechtsaktivistin, Gründerin einer Friedensinitiative und enge Mitarbeiterin von Shirin Ebadi) Bahareh Hedayt( die mutige Sudentensprecherin), Atena Faraghdani( Grafitin und darstellende Künstlerin) und viele andere intellektuelle Aktivistinnen, vergeuden ihre kostbare Lebenstage in Haft, Zeit und Energie die in den Dienst der des Fortschritts des Landes gestellt werden könnte.

Eine wichtige und unmittelbare Forderung ist, diese aufgeklärten Patriotinnen frei zu lassen.

Source in Persian:

http://feminist-school.com/spip.php?article7760

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